(by Nico)
Die Warnung auf dem Schild kommt nicht von ungefähr. Mindestens fünf west-berliner Kinder sind in den 60er und 70er Jahren an dieser Stelle in der Spree ertrunken z.B. Çetin Mert:
Am Vormittag seines fünften Geburtstags spielte Çetin mit Nachbarskindern am Kreuzberger Gröbenufer in der Nähe der Oberbaumbrücke. Bei dem Versuch, seinen ins Wasser gefallenen Ball herauszufischen, stürzte der Junge selbst in die Spree, die an dieser Stelle in voller Breite zu Ost-Berlin gehörte.
Wenige Minuten später, gegen 12:30 Uhr, trafen West-Berliner Polizei und Feuerwehr am Unglücksort ein, durften wegen der entlang des Ufers verlaufenden Sektorengrenze jedoch nicht eingreifen. Auch von Ost-Berliner Seite erhielt Çetin keine Hilfe. Er ertrank.
Gegen 14 Uhr bargen Taucher der DDR-Grenztruppen Çetins Leiche. Erst Tage später wurde sie den Eltern übergeben, die Çetin in ihrem türkischen Heimatort bestatteten. Die in West-Berlin abgehaltene Trauerfeier für Çetin Mert wurde zu einem Massenprotest gegen das SED-Grenzregime.